Sanitärtechnik

Sanitärinstallationen dürfen nur durch ausgewiesene Fachleute ausgeführt werden

Wasserversorgung
Über Pumpen, entweder oberirdisch oder als Tauchpumpen im Grundwasser installiert, wird das Wasser über eine private Hauszuleitung zum Hauptanschluss befördert. Dabei verhindern Rückschlagventile, dass es wieder zurückfliesst. Ein Filter reinigt das geförderte Trinkwasser, und ein Druckkessel sorgt für einen ausgeglichenen Wasserdruck. Das Leitungsnetz misst heute rund 53’000 km. Damit sind nahezu 100% der Haushalte an der öffentlichen Trinkwasserverteilung angeschlossen. Die öffentlichen Rohre verlaufen unter den Strassen und Wegen. Von da werden die Anschlussleitungen in den Technikraum oder Keller geführt. Dort ist gut zugänglich das Hauptabsperrventil installiert und der Wasserzähler, der vom örtlichen Wasserwerk montiert wird.

Wasseraufbereitung
Die Qualität des Trinkwassers muss einwandfrei sein. Deshalb wird direkt nach dem Wasserzähler ein Filter eingebaut, der Schmutzpartikel aus den Leitungen zurückhält. Doch die Wasserqualität sollte auch für Rohre, Leitungen und Armaturen stimmen. Schmutzpartikel schaden, doch entscheidend für die Lebensdauer von Leitungen ist der Kalkgehalt im Wasser.

Sanitärinstallationen
Sanitärinstallationen dürfen nur durch ausgewiesene Sanitärfachleute (z. B. mit Meisterdiplom), welche über eine Installationsbewilligung (Konzession) der örtlichen Wasserwerke verfügen, ausgeführt werden. Für die Installation dürfen nur Werkstoffe verwendet werden, die den Empfehlungen des Schweizerischen Vereins der Gas- und Wasserwerke (SVGW) entsprechen. Dies gilt für Rohre, Formstücke, Armaturen usw. Ebenso kommen die SIA-Normen und Empfehlungen der Fachverbände zur Anwendung.

Warmwasseraufbereitung
Das Wasser kann zentral oder dezentral je nach Bedarf erwärmt werden.

Zentrale Lösung
Häufig ist ein Wassererwärmer neben dem Heizkessel installiert, der direkt über einen Wärmetauscher die Energie abgibt und das Wasser erwärmt. Ein Wassererwärmer kann natürlich auch separat mit einer Wärmepumpe oder über Solarthermie funktionieren. Dies macht durchaus Sinn, denn in einem gut gedämmten Haus mit einer Niedertemperaturheizung kann der Energieverbrauch für die Wassererwärmung schnell höher sein als für die eigentliche Heizung.
Wenn der Wassererwärmer im Bad installiert ist, geht auf dem kurzen Weg zwischen Wassererwärmer und Wasserhahn kaum Wärme verloren und kürzere Leitungen senken generell Installationskosten. Zudem gewinnt der richtige Raum die Abwärme. Ohne den Komfort zu schmälern, reduzieren Armaturen mit Sparventilen den eigentlichen Warmwasserverbrauch massiv. Eine niedrigere Wassertemperatur spart nicht nur Energie, sondern ist auch angenehmer als verbrühend heisses Wasser aus dem Hahn.

Dezentrale Lösung
Bei dezentralen Anlagen sind die Wassererwärmer bei den einzelnen Nutzern untergebracht. Das Warmwasser wird somit möglichst nahe beim Verbrauchsort produziert. Leitungsverluste werden damit drastisch vermindert und der Warmwasserverbrauch kann individuell abgerechnet werden.

Ist eine zentrale Warmwasseraufbereitung zu teuer oder weniger sinnvoll, wie zum Beispiel in Wochenend oder Ferienhäusern, kann eine dezentrale Lösung mit Kleinspeichern oder Durchlauferhitzern richtig sein. Da diese unmittelbar bei den Entnahmestellen montiert sind, entfallen lange Leitungsweg Kleinspeicher mit einem Fassungsvermögen von 5 – 10 Liter funktionieren heute über Strom. Sie sind eine Variante für den sehr kontrollierten Verbrauch, denn diese Wassermenge ist im Nu weg und dann heisst es erneut warten. Die andere, bequemere Variante sind Durchlauferhitzer. Auch sie funktionieren heute über Strom und liefern nur nach Bedarf. Sie sind klein und können deshalb überall platziert werden. Mit Stromzähler und Münzeinwurf versehen, liefern sie häufig in Berghütten das Duschwasser. Mit dezentralen Geräten können Altbauten saniert werden, wenn eine komplette Sanierung neuer Warmwasserleitungen zu teuer ist. Allerdings sollte die Grösse der Geräte auf den Verbrauch abgestimmt werden. Alternativen wie Solarthermie helfen auch in Altbauten.

Die richtige Temperatur
Eine Wassertemperatur von 55 °C ist immer noch heiss, aber angemessen. Allerdings sollte einmal pro Woche der Wassererwärmer auf 60°– 65 °C aufgeheizt werden, damit Bakterien, die sogenannten Legionellen, absterben. Diese sind zwar in der Schweiz selten, doch Vorsicht ist trotzdem geboten: Es sind Erreger von Lungenerkrankungen, die sich am besten in Wassertemperaturen von 30°– 50 °C entwickeln. Moderne Wassererwärmer sind deshalb häufig mit einer automatischen Steuerung ausgestattet, die das Wasser regelmässig auf mindestens 60 °C aufheizen lässt.

Abwasser
Beinahe jedes Haus ist an die Kanalisation angeschlossen, in welche es Abwasser einleitet. Alle Abwasserleitungen vereinigen sich unterirdisch und frostgeschützt innerhalb eines Grundstückes. Sie sind von einem Revisionsschacht aus zugänglich. Von dort aus besteht die Möglichkeit, die Schmutzwasserleitung zu prüfen und zu reinigen ohne Bauarbeiten durchführen zu müssen.
Wird ein Neubauvorhaben beendet, muss beim zuständigen Versorgungsunternehmen ein Antrag zur Ausführung des Hausanschlusses gestellt werden, welcher von den Stadtwerken oder einem beauftragten Unternehmen ausgeführt werden.

Abwasser ist nicht gleich Abwasser: Man unterscheidet zwischen Grauwasser, das aus Dusche, Lavabo und Badewanne stammt und dem Schwarzwasser, das durch Fäkalien, Seife und Fette belastet ist. Grauwasser kann in speziellen Anlagen wieder aufbereitet werden. Schwarzwasser ist dagegen so stark belastet, dass es in die öffentliche Kanalisation geleitet und speziell gereinigt werden muss. Vom privaten Grundstück fliesst Regenwasser, das nicht natürlich versickern kann dazu: Über Dachrinnen und Regenabflussrohre wird es gesammelt und ebenfalls in die Grundleitung geführt.

Eine sachgemässe Entsorgung des Abwassers kostet und richtet sich im Allgemeinen nach dem Wasserverbrauch. Abwassergebühren fallen immer an, aber eine separate Nutzung von Regenwasser oder eine Anlage zur Grauwasseraufbereitung ist eine Überlegung wert. Beide Anlagen reduzieren den Trinkwasserverbrauch